Zum Abschied unseres Erdkunde-, Chemie- und Vertrauenslehrers Herrn Knop, welcher ab dem zweiten Halbjahr dieses Schuljahres in Rente geht, haben wir ihn ein wenig zu seiner beruflichen Laufbahn, missglückten Experimenten, seiner Freizeit und Werbeauftritten befragt.

 

Wie lange waren sie nun am GSG tätig?

Da muss ich erst einmal rechnen (…) Ich bin 34 Jahre hier.

34 Jahre? Das ist eine lange Zeit. Wie war denn damals ihr erster Eindruck hier?

Ich hatte einen sehr guten ersten Eindruck, weil dieses Gymnasium war ja eins, was damals neu und noch im Aufbau war. Ich konnte noch die Chemie aufbauen, weil die ganze Schule noch gar nicht den Stand zum Ausbauen erreicht hatte und da gab es viel Neues zu tun. Das war eine schöne Zeit.

Hat sich dieser Eindruck denn im Laufe der Jahre bestätigt oder hat sich etwas geändert?

Es hat sich natürlich eine Menge geändert, auch in der Zeit. Aber auf der anderen Seite hat sich das Klima der Schule überhaupt nicht verschlechtert, sondern heute muss man sagen, eher verbessert. Und ich wäre ja auch wohl nicht so lange hier geblieben, wenn es schlechter geworden wäre. (lächelt)

Schön. Welches ist ihr bestes oder lustigstes Erlebnis, das sie jemals am GSG hatten?

Ja, also an sich waren so einige Experimente dabei, die schief gelaufen sind, nach denen wir uns dann im Unterricht schlapp gelacht haben und wir dann ab und zu mal ein lustiges Gesicht gemacht haben, weil es normalerweise nicht schief laufen sollte. Es sollte schon ein gutes Experiment werden und da gab es dann manchmal schon sehr interessante und witzige Situationen. Und eine besondere Situation war mal, als wir draußen auf dem Schulhof ein Experiment gemacht haben, bei dem es richtig geknallt hat und da ging gerade eine Frau mit Kinderwagen dran vorbei, die war natürlich total am zetern. (lacht)
Das werde ich nie vergessen, denn die war wirklich total am Schimpfen!

(Lacht) Also haben sie ja Chemie und Erdkunde. Wie fanden sie denn so insgesamt das Lehrerdasein? Wäre das ein empfehlenswerter Beruf?

Also der Job als Lehrer ist ein unheimlich interessanter Job! Weil du hast immer was Neues, du hast in deinen Fächern immer Veränderungen, du hast immer neue Menschen, du hast immer andere Situationen. Das heißt im Prinzip wird es eigentlich in deinem Job nie langweilig. Die Situationen verändern sich, die Zeit verändert sich und damit ändern sich auch die Menschen. Und von daher ist es eigentlich ein Job der nie langweilig wird.

Waren sie denn beruflich schon immer Lehrer oder haben sie auch etwas anderen gemacht?

Ich habe vorher schon andere Dinge ausprobiert. Ich habe erst eine Ausbildung gemacht als Chemotechniker und habe dementsprechend erst als Chemotechniker kurz in der Industrie gearbeitet, war für ein paar Jahre am Max-Planck-Institut in Göttingen. Dann habe ich zwei Jahre Bundeswehr gemacht und bin dort abgegangen als Reserve Offizier. Das hätte ich auch weiter machen können, wenn ich gewollt hätte, wollte ich aber nicht. Na, ja. Und dann habe ich mit dem Studium angefangen.

Apropos Göttingen: Woher kommen sie denn ursprünglich? Die meisten Lehrer hier kommen ja nicht direkt aus Hannover.

Meine Heimat ist Hannoversch Münden. Da, wo Fulda sich und Werra küssen, die Weser entsteht. (lacht) Wunderschöne Ecke. Ja, dann habe ich in Göttingen studiert, konnte aber nicht in Göttingen bleiben. Es wollen ja alle, die in Göttingen studiert haben, in Göttingen bleiben. Und dann musste ich irgendwann halt weg und kam erst nach Hildesheim, da habe ich mein Referendariat gemacht und vom Referendariat in Hildesheim bin ich dann hier her gekommen. Weil es hier dann gleich darauf eine Schwangerschaftsvertretung gab, nur ist die mit ihrem Mann danach umgezogen und dann bin ich hier geblieben. Das war Schicksal!

Jetzt mal zu einer ganz anderen Frage. Wenn sie sich in fünf Adjektiven beschreiben sollten, welche wären das?

Hmm. Aufgeschlossen, freundlich, zuhörend, fordernd und eigentlich immer wissbegierig.

Wenn Sie nun auf Ihre Zeit hier zurückblicken, was hat Ihnen am meisten und was hat Ihnen am wenigsten gefallen?

Am wenigsten gefallen hat mir in der Zeit, als ich vorwärts kommen wollte damals eine Argumentation von dem Dezernenten, dass ich ja noch jung wäre, ich könnte ja noch ein bisschen warten. Das war eine Äußerung, bei der ich echt sauer war und dann gesagt habe: „Na, gut.“ (haut auf den Tisch) „Wenn ihr mich in der Schule nicht wollt und dass ich weiterkomme, dann mache ich nichts anderes.“

Am besten gefallen hat mir an dieser Schule, dass man im Vergleich mit vielen, vielen anderen Schulen immer mit dem Kollegium zusammenarbeiten konnte. In den meisten Fachbereichen war es so, dass man offen war, miteinander zu arbeiten und gerade bei uns im Fachbereich Chemie und Erdkunde hat das super geklappt, man konnte sich immer miteinander austauschen. Und das ist dann auch das, was einen so an der Schule hält, weil es Spaß macht, wenn man zusammenarbeiten kann. Wenn jeder nebenher arbeitet und keiner bereit ist, miteinander Dinge auszutragen und neue Dinge auszuprobieren, dann macht es keinen Spaß.

Was werden Sie dann am meisten vermissen, wenn Sie hier weggehen?

Am meisten vermissen werde ich einerseits ein junges, offenes Kollegium, das sehr positiv miteinander umgeht und sehr positiv eingestellt ist, sehr zukunftsorientiert. Das andere, was ich vermissen werde ist sicherlich die Spontanität der fünften und sechsten. Das werde ich vermissen.

Haben Sie schon Pläne für Ihre Freizeit, die Ihnen nun bevor steht?

Die Situation verändert sich in einem halben Jahr bei uns. Insofern sind die Pläne schon ein wenig vorstrukturiert. Wir werden Großeltern und unser Sohn (31) und unsere Schwiegertochter kriegen Zwillinge!

Ja, dann! (lacht) Da haben Sie doch viel zu tun!

(lacht) Also da ist schon eine Menge, die auf uns zukommt!
Ja, das ist das Eine. Und das andere ist, dass ich wahrscheinlich versuchen werde, mir eine Selbstständigkeit aufzubauen. Das werde ich versuchen. (nickt)

Das klingt doch gar nicht so schlecht! Wie sieht es denn bisher mit der Freizeit aus? Irgendwelche Hobbys?

Unser Hobby ist die Insel Rømø in Dänemark. Da steht von Ostern bis Herbst immer unser Wohnwagen. Da geht es dann nach oben.
Und eine Zeit lang, das fange ich auch wieder an, bin ich in der Schule immer in eine Foto AG gegangen. Das würde ich auch gerne, dass ich wieder anfange zu fotografieren und selber Bilder zu machen und zu entwickeln. Solche Sachen, ein bisschen Fotografie.

Noch etwas zum Thema Freizeit. Haben Sie Lieblingsbücher/-filme/-bands/-musiker? Irgendetwas von dem die Schülerschaft noch nicht wusste?

Das kann sicherlich sein. Also meine Lieblingsband ist ACDC! (lacht)
Und da fahre ich auch bald mal wieder hin. Irgendwo geben die ein Konzert, zu dem ich auch wieder hinfahren werde. Das letzte Mal waren die auch hier in Hannover.
Das und überhaupt die Musik … Rock und so etliche Bands, auf dessen Konzert ich dann manchmal hinfahre.

Tatsächlich? Auch dann in voller Montur?

Ja, je nachdem. Manchmal kaufe ich mir dann schon die Klamotten, ja. (lacht)

Na, das ist doch auf jeden Fall interessant! Werden wir Sie denn vielleicht auch in den Medien wieder sehen? Oder war das eine einmalige Sache?

Das weiß ich noch nicht. Das hängt ein bisschen von dem ab, der die Werbung macht. Denn wir stehen ständig in Kontakt zueinander, weil das ein Freund von mir ist. Da kann eventuell mal wieder etwas passieren, bei dem er sagt: „Ich brauche dich mal dafür“. Würde ich auch machen. Da bin ich offen. Aber sonst, glaube ich, nicht.

Werden wir Sie denn ansonsten treffen? Auf Schulveranstaltungen zum Beispiel?

Also ich komme sowieso ab und an zu Treffen, wo die ehemaligen zusammenkommen. Am 27. Dezember war ich ja auch da. Einfach, um dann mal ab und an ein bisschen zu hören, wie es denn gelaufen ist bei unseren Schülern. Und ansonsten wenn irgendwelche Veranstaltungen hier in der Schule sind, komme ich auf jeden Fall mal! Da gibt es ja ein paar neue Dinge und mal gucken wie die Schule sich weiterentwickelt. Da bleibe ich am Ball, auf jeden Fall.

Dann sieht man sich ja! Haben Sie ansonsten noch irgendwelche letzten Worte an die Schüler und Lehrer dieser Schule, die sie loswerden wollen?

Ja. Insgesamt möchte ich, dass unsere Schüler ein bisschen mehr Mut zeigen in der Schulverwaltung. Sich mehr engagieren und mehr für sich fordern. Das ist mir in den letzten Jahren einfach zu wenig gewesen. Ihr könnt für euch und alles was mit der Schulentwicklung zu tun hat, eigentlich ein wenig mehr tun. Da fehlt mir mehr das Engagement von der Schülerschaft. Dass ihr euch einfach mal kümmert, was könnte euch interessieren, was könntet ihr umsetzen, welche Dinge könntet ihr machen. Nicht nur Projektwoche. Das ist die eine Seite. Aber es gibt sicherlich auch viele Dinge in der Schule von der Ausstattung her. Was weiß ich. Neue Medien und ähnliche Dinge, die sicherlich im Vergleich mit anderen Schulen noch im Hintergrund stehen, die man fordern kann.

Weise Worte, danke für den Hinweis.
Ansonsten wünsche ich Ihnen im Namen der SchollZ viel Glück, Gesundheit, Spaß und vor allem Erholung nach so langer Schulzeit!

Danke. Ein bisschen Erholung ist gut, aber ich habe mich ja immer erholt in Dänemark, wie du schon gehört hast. Es ist schön sich erholen zu können, man muss nicht mehr Klausuren nachgucken. Das ist das Schönste. Das macht, je älter man wird, umso weniger Spaß.