Wer träumt nicht davon? Ein wenig um die Welt reisen und neue Länder und Kulturen erkunden. Wieso also nicht vielleicht Richtung Westen und seine Zeit in den „United States Of America“ verbringen, sei es als Urlaub mit Freunden oder Familie oder ganz allein als Auslandsjahr.
Doch was sorgt dafür, dass die USA sich für so vielen Menschen attraktiv macht?

 

Zunächst fällt auf, wie ähnlich die USA und Europa sich in manchen Punkten doch sind. Denn in Amerika sind rund 80% der Bevölkerung Einwanderer aus Europa. Wenn wir also von Amerikanern reden, sprechen wir hauptsächlich von  Menschen europäischer Abstammung oder den Hispanics, wie hauptsächlich die mexikanisch-stämmigen Einwanderer genannt werden. Mindestens genauso exotisch ist die Zusammenstellung der dortigen Religionen. Etwa 50% der Amerikaner sind Katholiken oder „Christen“, welche sich wieder in verschiedene Untergruppen aufspalten. Die restlichen 50% bestehen aus Muslimen, Juden, Buddhisten, Hindi und hunderte verschiedene Sekten, soweit man diese als Religion bezeichnen kann.
Erwähnenswert ist auch die dort übliche Höflichkeit der Menschen, obwohl sie meist recht überschwänglich und aufgesetzt erscheint. Jeder grüßt jeden und auch Kinder und Jugendliche bleiben nicht verschont. So ist „How are you?“ eine oft gehörte Frage, auf die man stets Sätze wie „Fine! And how are you?“ zu hören bekommt, selbst wenn es dem Betroffenen heute nicht gut geht. Man merkt schnell: Reine Höflichkeitssache.


Austausch

Wer sich erst einmal entschließt, einen Austausch mitzumachen, hat einen langen Prozess voller Entscheidungen vor sich. Mache ich den Austausch über die Schule? Oder suche ich mir privat eine Organisation? Habe ich bereits Freunde dort, die mich aufnehmen würden oder lasse ich mich überraschen, was für eine Gastfamilie dort auf mich wartet?
1. Möglichkeit: USA Austausch, Jahrgang 10
Für 15 Schüler des zehnten Jahrgangs geht es alljährlich für drei Wochen in die jeweiligen Gastfamilien. Zielort ist Pennsylvania, wobei es die letzten drei Tage gemeinsam nach Washington geht. Die Auswahl der Schüler beruht auf Einschätzung der Sozialkompetenz, der Englischnote und einem Losverfahren.
2. Möglichkeit: Austausch über eine beliebige Organisation
Wem drei Wochen zu wenig sind, der kann für ein ganzes oder ein halbes Jahr (je nach Organisation auch für 3 oder 9 Monate) in eine Gastfamilie gehen. Es gibt diverse bekannte Organisationen, wie Beispielsweise EF, isT, Map, AFS oder into. Die meisten von ihnen wählen die Schüler anhand ihrer Noten aus und führen ein persönliches Interview auf Englisch. (Mehr Informationen findest du im Internet auf den jeweiligen Websites.)



Doch was erwartet dich außer der Gastfamilie? Selbstverständlich gehst du vor Ort auf eine High School, in der du wie jeder andere Schüler auch deine Kurse wählen kannst.

Das Schulsystem
Nach dem Kindergarden gehen amerikanische Kinder in die Elementary School, welche die Grundschule darstellt, jedoch gewöhnlich bis zur fünften Klasse geht.
Von der sechsten bis zur achten Klasse folgt dann die Middle School, welche ab der neunten Klasse dann von der High School abgelöst wird, wo jeder Schüler in der 12. Klasse sein High School Diploma macht.
Die Schultage an öffentlichen High Schools, zu denen die Schüler in den meisten Bundesstaaten mit dem Schulbus direkt vor der Tür abgeholt werden, gehen länger als an unseren Gymnasien, da es haufenweise Nachmittagsangebote und AGs in Form von Sportmannschaften, Cheerleader, Theater und Medien gibt, die von allen Schülern genutzt werden.
Apropos Gymnasium: In den USA gibt es keine verschiedenen Stufen von Weiterführendenschulen. Dennoch werden gute Noten groß geschrieben! Wessen Leistungen zu sehr nachlassen, der darf nicht an den Nachmittagsprogrammen teilnehmen und kann somit keine Zeit mit seinen Freunden verbringen.
Das Notensystem reicht von A bis F und entspricht in etwa folgendermaßen den Deutschen Schulnoten: A =1, B+=2, B=3, C=4, F=5.
Wichtig ist der strenge Dresscode, der von Schuluniformen bis hin zu spezifischen Vorgaben reicht.

Du willst in die USA, aber dir gefällt das Schulsystem nicht? Dann kannst du auch nach dem Abitur ein Schülerpraktikum oder ein Au-pair Jahr machen. Oder du gehst ganz einfach in den Ferien mit auf eine mehrwöchige Sprachreise.