„Edel sei der Mensch/ Hilfreich und gut!“ So beschrieb Goethe 1783 in seinem Gedicht „Das Göttliche“ das Idealbild des Menschen. Was es zudem noch bedeute ein Mensch zu sein, damit beschäftigten sich vergangene Woche 48 Jugendliche aus Garbsen, Berlin, Bruchhausen-Vilsen (Niedersachsen), Meran (Südtirol) und Sömmerda (Thüringen) während der SchulBrücke in Weimar.

Im Rahmen der SchulBrücke Weimar kamen vom 3. bis zum 10. Juni acht Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums mit vierzig Jugendlichen anderer Schulen Deutschlands und Südtirols zusammen, um über das Spannungsfeld eines zentralen Begriffs der Weimarer Klassik zu diskutieren und Bezüge zur Gegenwart herzustellen. Wie Frithjof Reinhardt, Mitbegründer und Organisator der SchulBrücke, herausstellte, ist das zentrale Thema der diesjährigen SchulBrücke „Humanität – Zwischen Ideal und Wirklichkeit. Zukunftschancen einer alten Idee.“, ein Thema, das uns auch heute noch betrifft, wenn wir über die Flüchtlings- oder Griechenlandkrise, Integration, die Zugehörigkeit unserer Nationalspieler oder ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Tötung männlicher Nutztiere sprechen und debattieren.

Die SchulBrücke vereint nicht nur Jugendliche aus unterschiedlichsten deutschsprachigen und –lernenden Gebieten in Weimar, sondern sie lernen hier originale Texte Herders, Schlegels, Winckelmanns, Goethes usw. verstehen und setzen sich mit den Gedanken kritisch auseinander. Weimar bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern darüber hinaus die Möglichkeit, die Texte zum Teil auch dort zu lesen, wo sie entstanden sind. So erkundeten die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Wohnhäuser Goethes und Schillers, besuchten die Anna-Amalia-Bibliothek oder das Schloss auf den Spuren der Ernestiner, sondern wanderten auch nach „Arkadien“, dem Schlossgarten in dem nahe Weimar gelegenen Ort Tiefurt.

Die SchulBrücke, die von der Deutschen Nationalstiftung, der Robert-Bosch-Stiftung und der Europäischen Jugendbegegnungsstätte (EJBW) gefördert wird, beschäftigt sich jedoch nicht nur mit dem in der Weimarer Klassik geprägten Begriff der Humanität, sondern thematisiert auch die Unmenschlichkeit während des Zweiten Weltkrieges. So führten Thomas von der Gönna, Mitorganisator der SchulBrücke und Mitarbeiter des EJBW-Teams, und Frithjof Reinhardt die Schülerinnen und Schüler über die Gedenkstätte Buchenwald und berichteten von den Zuständen im Lager. Die Schülerinnen und Schüler hatten nach der Führung die Möglichkeit den Ort noch einmal selbst zu erfahren und die neue Ausstellung zu besuchen.