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Ein jeder kennt ihn, Nirvana Frontmann, Singer, Songwriter und linkshändiger Gitarrist: Kurt Cobain.

Doch wer war er?
Was ist Grunge?
Und was hat es mit dem „27 Club“ auf sich?

 

Um das Ganze zu verstehen, beginnen wir doch einmal ganz von vorne mit der Person Kurt Cobains und seinen Anfängen in der Musik.

Er wurde am 20.Februar 1967 in Aberdeen geboren, einer Stadt in Washington, wird jedoch, da er später nach Seattle zog, von den meisten Menschen eher damit in Verbindung gebracht. In seiner Kindheit hatte er es nicht einfach. Er war noch sehr jung als eine Eltern sich scheiden ließen, drei seiner Großonkel Suizid begannen und er den Leichnam eines Nachbarsjungen an einem Baum erhängt vorfand. Zudem hatte er Probleme mit seiner Hyperaktivität, weswegen er in schon sehr jungem Alter viele Medikamente zu sich nehmen musste. Seinen Start in der Musik fand er im Alter von 14 Jahren durch seinen Onkel, der ihm zum Geburtstag eine Gitarre schenkte, ohne zu ahnen, wie bedeutend dieses Geschenk einmal sein würde. Denn Cobain, welcher sich in den Folgejahren dieses Instrument selbst beibrachte und mit 18 Jahren die Schule abbrach, gründete 1989 eine Band und nannte sie Nirvana. Gemeinsam schufen sie den Seattle Sound, veröffentlichten noch im selben Jahr ihr Debutalbum „Bleach“ und tourten bald um die Welt. Doch diesem Druck kann nicht jeder standhalten. Cobain, der laut eigenen Aussagen nie berühmt werden, sondern lediglich ein wenig Musik machen wollte, wurde bald Drogenabhängig und musste ab 1991, nach dem Erfolg von „Nevermind“ immer öfter in Entzugskliniken eingeliefert werden. Zudem litt er seit seiner Kindheit an schweren Magenschmerzen, dessen Ursprung kein Arzt ausfindig machen konnte. Bald entdeckte er Heroin zum Vergessen seiner Schmerzen. Dass seine Frau Courtney Love, mit der er 1992 auch ein Kind in die Welt setzte, ebenfalls Drogenprobleme hatte, verbesserte die Situation nicht gerade. So kam es dazu, dass er bei seinem letzten Klinikaufentahlt 1994 ausbrach, wovon seine Bandkollegen nicht begeistert waren. Die Band trennte sich.
Aber dabei sollte es nicht belassen werden. Kurt Cobain nahm sich kurz darauf am 05.April 1994 mit Hilfe einer Schrotflinte das Leben. Bei ihm ein Abschiedsbrief, der sowohl seine Absichten erklärte, als auch nur noch mehr Fragen und vor allem Verschwörungstheorien aufwerfen sollte.

„BoddAH 
Ich schreibe als ein erfahrener Trottel, der wohl eher als infantile Beschwerde bezeichnet werden kann. Diese Nachricht soll eigentlich sehr einfach zu verstehen sein. Alle Warnungen der Punk Rock 101 Kurse während all der Jahre seit meiner ersten Einführung in, sagen wir, Ethik und Unabhängigkeit und der Aufnahme in Eure Gemeinschaft, haben sich als wahr herausgestellt. Ich habe keine Erregung gespürt, als ich Musik gehört und natürlich auch geschaffen habe, und gleichzeitig wirklich etwas geschrieben habe. Ich fühle mich schuldig wegen dieser Dinge, zum Beispiel, wenn wir hinter der Bühne sind und das Licht ausgeht und das Rufen der Menge beginnt. Das berührt mich nicht wie es etwa Freddie Mercury berührte, der, wie es schien, es liebte, von der Menge geliebt und verehrt zu werden, was ich mir selber gewünscht habe und worum ich ihn beneide. Aber ich kann Euch nichts vormachen, keinem von Euch. Es ist einfach nicht fair Euch gegenüber aber auch gegenüber mir selbst. Das schlimmste Verbrechen, das ich mir vorstellen kann ist die Leute abzuziehen, indem ich vortäusche, 100% Spaß zu haben. Manchmal denke ich, ich bräuchte eine Kasperle Stechuhr bevor ich auf die Bühne gehe. Ich habe alles in meiner Macht stehende getan, um es zu würdigen, und ich tue es, Gott, glaub mir, ich tue es, aber es reicht nicht. Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass ich, oder eher wir, eine Menge Leute beeinflusst und unterhalten haben. Ich muss wohl übertrieben eitel sein, da ich die Dinge nur wahrnehme, wenn ich allein bin. Ich bin zu empfindlich und muss etwas betäubt sein, um wieder enthusiastisch zu werden. Aber das traurige ist unser Kind. Auf unseren letzten 3 Touren hatte ich einen bedeutend besseren Eindruck von den Leuten, die ich persönlich kenne und von den Fans unserer Musik. Aber ich komm immer noch nicht von der Frustration, der Schuld und der Sympathie fort, die ich für jeden empfinde. Es gibt etwas Gutes in jedem von uns, und ich liebe die Leute einfach zu sehr. So sehr, dass es mich verdammt traurig macht. Diese kleinen schmerzenden, undankbaren <pisces> verdammt noch mal! Warum freust Du Dich nicht einfach drüber? Ich weiß es nicht! Ich habe eine <nicht lesbar> Ehefrau, die voller Ehrgeiz und Einfühlungsvermögen ist und eine Tochter, die mich zu sehr an das erinnert, was ich immer war. Voller Liebe und Freude <nicht lesbar> jede Person die sie trifft, weil jeder gut ist und ihr kein Unrecht antut. Und das erschreckt mich so sehr, dass ich an dem Punkt angekommen bin, an dem ich nicht weiter leben kann. Ich muss immer dran denken, dass Frances eine elende, selbstzerstörende Deathrockerin wird. Ich habe es gut, wirklich sehr gut, und ich bin dankbar dafür. Aber seit ich sieben war, habe ich alle Leute gehasst. Nur weil es so einfach scheint, zusammenzukommen und einfühlsam zu sein. Einfühlsam nur, weil ich die Leute zu sehr liebe und zu viel für sie empfinde, glaube ich. Danke für die Briefe und Eure Sorge um meinen ekelhaft brennenden Magen in den letzten Jahren. Ich bin zu neurotisch (unbeständig), launisch und inzwischen leidenschaftslos, also denkt dran, es ist besser auszubrennen, als langsam zu verblassen.
Frieden, Liebe, Mitgefühl, Kurt Cobain.
Frances und Courtney, ich werde an Eurem Altar sein. 
Bitte Courtney, gib‘ nicht auf, Dich um Frances zu sorgen, ihr Leben wird so viel glücklicher sein ohne mich. 
ICH LIEBE EUCH! ICH LIEBE EUCH!“
(Kurt Cobain, Abschiedsbrief, Übersetzt von www.lyrix.at)

Somit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt. Denn nicht nur sein Abschiedsbrief war an Buddha bzw. „Boddah“ gerichtet, welcher angeblich ein imaginärer Kindheitsfreund Cobains sein soll, nein. Wer aufgepasst hat, dem ist auch aufgefallen, dass „Nirvana“ lediglich eine abgeänderte Schreibweise von „Nirwana“ ist, der Ort, den Buddhisten statt Reinkarnation nach ihrem Leben erwartet. Ein Ort voller Zufriedenheit, der eine Art Paradies darstellen soll: die Erlösung allen Leides. Ob er an den Buddhismus glaubte lässt sich allerdings nicht sagen. Er war getaufter Christ, hatte jedoch in seinen Lebjahren viel mit Religion experimentiert und war dem Buddhismus ziemlich angetan.

Kurt Cobain war nicht nur musikalisches Vorbild der damaligen Zeit. Er unterstützte Feminismus, war Anti-Rassist und Anti-Homophob und Anti-Sexist und brachte mit Sätzen wie „I am not gay, although I wish I were just to piss off homophobes." die konservative Bevölkerung in Rage. Seine Äußerungen sind selbst in der heutigen Zeit, mehr als 30 Jahre später noch aktuell wie nie.
Doch macht ihn das zur Legende? Oder woher kommt seine Bekanntheit?

Grund für seinen Legendenstatus ist nicht nur seine Musik, sondern auch das Alter, in dem er gestorben ist. Wer mitgerechnet hat, dem ist sicherlich aufgefallen, dass er lediglich 27 Jahre alt wurde. Doch Cobain starb nicht nur jung. Er starb im gleichen Alter wie zuvor schon Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin und Jim Morrison und zuletzt Amy Winehouse, ebenfalls international bekannte Musiker der Blues- und Rockszene, die großen Einfluss auf Kultur hatten, und gehört somit offiziell zum „27 Club“ Sie alle hatten Drogen- und/oder Alkoholprobleme, lebten einen exzessives Rock`n`Roll-Leben und wurden in kurzer Zeit sehr berühmt. Noch heute sind sie Richtbilder verschiedener Genres. Aber das war noch nicht alles, es gibt noch weitere Zusammenhänge wie etwa die verschiedensten Verschwörungstheorien über die Tode der Sechs.
Ein Bauunternehmer soll auf dem Sterbebett gestanden haben, dass er Brian Jones Mörder war, Jimi Hendrix soll angeblich von seinem Manager ermordet worden sein und auch Jim Morrisons Tod wirft Rätsel auf, zumal seine Leiche nie obduziert wurde.
Somit kommen wir zurück zu Cobains Abschiedsbrief. Offiziell heißt es, er habe Suizid begannen, dennoch werden mit der Zeit immer wieder Stimmen laut, die behaupten, seine Frau, Courtney Love habe ihn ermordet. Sei es, um an sein Vermögen zu kommen oder weil Kurt Cobain vielleicht eine Scheidung gefordert hatte. Immerhin seien die beiden sich überhaupt nicht ähnlich, Kurt sensibel wie keiner und Courtney ohne Einfühlungsvermögen. Zudem fand man in seinem Blut eine dreifache Überdosis Heroin. Konnte er mit so viel intus noch eine Schrotflinte bedienen? Weiter geht es mit dem vorhin erwähnten Abschiedsbrief: die letzten Zeilen sehen aus wie von einer anderen Handschrift und an dem Stift, mit welchem er geschrieben sein soll, fand man angeblich keine Fingerabdrücke. Und wenn man nun den Brief liest, könnte er bis auf seine Schlusszeilen auch als Ankündigung zum Ausstieg aus der Musikbranche gelten. Immerhin hatte sich die Band zuvor getrennt. War es also Courtney? Oder doch jemand anderes? Oder wollte Kurt Cobain tatsächlich sterben? Das werden wir wohl niemals erfahren, es sind und bleiben Spekulationen. Es gibt jedoch viele Fans, die ihm Suizid zutrauen würden, es passe einfach zu seiner Lebenseinstellung, sagen sie.

Aber nun zurück zu seinem Vermächtnis, dem Seattle Sound, besser bekannt unter dem Namen „Grunge“, was auf Deutsch so viel heißt wie „dreckig“. Denn so klingt er auch und so ist auch der Kleidungsstil, welcher heutzutage wieder in Mode zu kommen scheint. Kurt selbst, welcher oft mit seiner Haarfarbe experimentierte, lief stets in zerrissenen Jeans, Holzfällerhemden und offenen, fast schulterlangen Haaren herum und hatte einen sehr ausdrucksstarken Gesang, der sich an manchen Stellen gar in Geschrei hineinsteigerte wie beispielsweise in Songs wie „Rape me“ oder „Where did you sleep last night?“ gut zu hören ist.

 

Nirvana

Nirvana war also eine Grunge-Band, ähnlich wie Pearl Jam oder Sound Garden nur eben eine, die noch mehr Bekanntheit erlangte als die anderen und eine komplette Generation mit ihren rebellierenden Texten erreichte. Oftmals handelten sie von Gewalt, Drogen, Sex, Vergewaltigung und dem Gefühl, missverstanden zu werden und nicht in diese Welt hinein zu passen wie in „Dumb“. All dies waren typische Themen für Kurt. 
„Doch wer hielt es über diese Jahre mit jemandem aus, der so sehr unter Drogenproblemen litt und mit seinen Zitaten polarisierte?“, könnte man jetzt fragen, wenn man einer der Leute ist, die ihre Meinung vertreten, Kurt Cobain sei von allen lediglich überschätzt. Oder man ist ihm eher positiv gesonnen und fragt, wer die Ehre hatte, mit ihm zu arbeiten und seine Songs zu spielen, Songs wie „Smells like Teen Spirit“ oder „Come as you are“, welche die ganze Welt kennt. Die Meinungen gehen weit auseinander.
So oder so, diese Kerle waren hauptsächlich Dave Grohl, Pat Smear und Krist Novoselić, welcher schon zu Jugendzeiten einer von Cobains besten Freunden war. Gemeinsam feierten sie große Erfolge wie etwa ihren MTV Unplugged Auftritt im Jahr 1993 in New York, unzählige Auszeichnungen und die Veröffentlichung von insgesamt drei Studioalben, drei Livealben und späteren Best-Of-Alben wie „Nirvana“ aus dem Jahr 2002.

So waren viele Fans nach Kurts Tod und Nirvanas Ende sehr enttäuscht. Nirvana, die Band, dessen Logo noch heutzutage auf vieler Leute Shirts zu sehen ist, ohne dass diese davon wissen. Durchforste deinen Kleiderschrank, vielleicht kennst du ihn ja auch. Der kleine gelbe Smiley auf meist schwarzem Hintergrund mit dem bekifften Lächeln.
Welch Ironie.

 

Weitere Zitate:

“I would like to get rid of the homophobes, sexists, and racists in our audience. I know you’re out there and it really bothers me.”(Kurt Cobain)
“Dreaming of the person you want to be is wasting the person you already are.”(Kurt Cobain)
“If I went to jail, at least I wouldn’t have to sign autographs.”(Kurt Cobain)
“Nobody dies a virgin, life fucks us all.”(Kurt Cobain)
„Humans are so stupid. I'm ashamed to be human.”(Kurt Cobain)

 “All drugs are a waste of time. They destroy your memory and your self-respect and everything that goes along with your self-esteem. They’re no good at all. But I’m going to go around preaching against [them].”(Kurt Cobain)

“I’d rather be hated for who I am than loved for who I’m not.”(Kurt Cobain)
“And so remember, it’s always better to burn out than to fade away.”(Kurt Cobain)
“Practise makes perfect. But nobody is perfect, so why practice?”(Kurt Cobain)
“If any of you in any way hate homosexuals, people of a different color or women, please do this one favor for us …Don’t come to our shows and don’t buy our records.”(Kurt Cobain)
“A friend is nothing but a known enemy.”(Kurt Cobain)
“If you die you’re completely happy and your soul somewhere lives on. I’m not afraid of dying. Total peace after death, becoming someone else is the best hope I’ve got.”(Kurt Cobain)
“I like to complain and do nothing to make things better.”(Kurt Cobain)
“They laugh at me because I’m different. I laugh at them because they’re all the same.”(Kurt Cobain)