In Kostümen vergangener Zeiten besingen drei Männer und zwei Frauen die „fröhliche Weihnacht überall“. Da tritt ein alter Herr auf, der ebenso singend entgegnet „Weihnachten ist Humbug, Weihnachten ist Dreck, Weihnachten muss weg“. Sofort ist das Publikum eingestimmt auf den Inhalt der Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens, die im GOP als schönes Kinder-Weihnachts-Musical verpackt ist.

Ihr kennt die Geschichte noch gar nicht?  Dann lasst sie euch kurz zusammengefasst von uns erzählen: Es geht um Ebenezer Scrooge, einen alten, mürrischen, geizigen Mann. Er weigert sich sogar an Weihnachten für die Armen eine kleine Spende zu hinterlassen, schlägt die Einladung zum Weihnachtsessen von seinem Neffen aus, lässt seinen treuen Schreiber auch an Weihnachten arbeiten und beleidigt ihn als faul. Lustig wird’s, als der Angestellte daraufhin seinen Ärger äußert, jedoch auf Nachfrage seines Herrn die Worte immer so zurechtbiegt, dass er Scrooge gut findet. Widerwillig gibt Ebenezer Scrooge seinem Schreiber am Weihnachtsabend frei, findet aber immer noch, dass Weihnachten Humbug sei. Am späten  Abend bekommt er Besuch von seinem ehemaligen und mittlerweile toten und mit Ketten rasselnden Geschäftspartner. Dieser rät ihm, sein Leben stark zu verändern, und erklärt ihm, dass er, wenn er so kaltherzig bliebe, dies nach seinem Tod bitter bereuen würde und noch schlimmer als er in Ketten gelegt würde. Er kündigt drei andere Geister an, die ihn in der Nacht dazu bringen sollen, sich zu ändern. In der Nacht um ein Uhr wird er dann von dem Geist der vergangenen Weihnacht heimgesucht. Dieser ist nach eigener Aussage völlig durchgeknallt, erklärt, dass er vom Big Ben gesprungen sei und fordert das Publikum auf ebenso durchzuknallen und die Glocken der Londoner Turmuhr erklingen zu lassen. Wie von Geisterhand flackern dazu dann auch die Lampen, die an jedem Gruppentisch angebracht sind.Auf der Bühne führt der Geist Scrooge zurück in seine Kindheit. In dieser sieht der alte Mann sich selbst als vielleicht zwölfjährigen Jungen , wie er einen Brief an seinen Vater schreibt. In diesem bittet er darum, wenigstens an Weihnachten vom Internat nach Hause kommen zu dürfen. Das Publikum beginnt dabei zu verstehen, dass Scrooge vielleicht doch nichts dafür kann, dass er so geworden ist, wie er ist. Mitleid kommt auf und auch der Gesang vom alten Geizhals wirkt schon netter. Scrooge schläft wieder ein. Um zwei Uhr wird er dann vom Geist der gegenwärtigen Weihnacht geweckt, der eine große Bauchrednerpuppe ist. Dieser fliegt mit ihm zu seinem Schreiber, Bob Cratchit nach Hause. Dort kann man dessen armen Sohn Tim sehen, der eine schlimme Verletzung an beiden Beinen hat und nicht mehr richtig gehen kann. Mr. Scrooge zeigt Mitgefühl. Das Publikum auch. Alles ist rührend, auch die Musik. Wenn Scrooge das Gehalt nicht erhöht, können die Cratchits die Arztkosten nicht mehr bezahlen und Tim wird vermutlich daran sterben. Darüber denkt das Publikum dann in einer Pause nach. Manche essen und trinken auch einfach nur. Nach der Pause erscheint wieder der durchgeknallte  Geist der Vergangenheit mit seinem durchgeknallten Song, der sich mit einem sprechenden Fenster und einer sprechenden Straßenlaterne darüber unterhält, dass nicht die Welt sich ändern müsse, sondern Scrooge. Der schläft mal wieder und wird diesmal vom ganz in Schwarz gehüllten stummen Geist der zukünftigen Weihnacht heimgesucht. Der Geist der zukünftigen Weihnacht zeigt dem Alten Tims Grab, aber auch das eigene Grab von Mr. Scrooge. Da erschreckt Scrooge und gelobt besseres Verhalten. Er ändert sich und wird nett. Am darauffolgenden Tag erhöht er das Gehalt von Mr.Cratchit, bezahlt die Arztkosten für Tim, kauft für sich und seinen Neffen eine prächtige Weihnachtsgans und spendet 2000 Pfund für die Armen.

Wie es sich also für Weihnachten gehört, geht das Publikum dann mit dem Erlebnis eines Wunders nach Hause. Wunderbar fanden wir die Schauspieler und die Musik.

Falls ihr zu den Schlaumeiern gehört, die immer alles wissen möchten, haben wir genau für euch noch ein wenig recherchiert:

Charles Dickens ist ein berühmter englischer Schriftsteller, der von 1812 bis 1870 gelebt hat. Er schrieb auch „Oliver Twist“ und „David Copperfield“. Ja, der berühmte Magier hat sich nach dieser Figur benannt.  

Im Original heißt die Weihnachtsgeschichte „A Christmas Carol“.

Ebenezer Scrooge sorgte dafür, dass man in England einen Geizkragen als „scrooge“ bezeichnet.

Und Dagobert Duck heißt in Amerika „Scrooge Mc Duck“.

Wollt ihr noch mehr wissen, dann blättert im Internet auf den unzähligen Seiten, wir geben euch unsere Quellen aber auch gern bekannt: www.weihnachtsgeschichte.de, www.geo.de/geolino/buechertipps und www.variete.de