Kurzfilme begegnen uns mittlerweile überall. Ob in Werbungen, auf YouTube oder gar als Projekt im Unterricht. Kein Wunder, denn ein Script zu schreiben, den Kurzfilm zu drehen und auch schließlich zu schneiden bereitet riesigen Spaß. Solange man weiß, was man tut. Denn ist dies nicht der Fall, kann einen der Prozess in den Wahnsinn treiben. Welche Musik darf ich verwenden? Welche Bilder einblenden? Und wie schneidet man überhaupt einen Film? Damit ihr von nun an nicht mehr in Fallen tappt und wertvolle Zeit für ergebnislose Artbeit investiert, gebe ich euch -basierend auf eigenen Erfahrungen- ein paar Tipps und Tricks zum erstellen eures eigenen Kurzfilms.

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Beginnen wir mit dem Equipment:
Du benötigst wenn möglich ein Stativ, eine Kamera mit guter (am besten HD) Auflösung. Vom Handy bis zur hochwertigen Spiegelreflex ist alles möglich. Denn wirklich gut wird das Bild mit der richtigen Beleuchtung. Dafür könnt ihr sowohl das Sonnenlicht nutzen, als auch Lampen oder gar Softboxen aufstellen. Doch eins dürft ihr niemals vergessen: Wenn ihr draußen drehen wollt, um mit Sonnenlicht zu beleuchten, habt ihr im Hintergrund stets Störgeräusche. Denn selbst, wenn euch nichts auffällt, sobald ihr draußen filmt, befindet sich im Hintergrund der Aufnahme zumindest ein Rauschen durch den Wind. Daher ist es wichtig, für Außendrehs externe Mikrophone zu nutzen.

 

Kommen wir zum Filmen:
Abgesehen davon, dass bei Filmen nie direkt in die Kamera geguckt wird (außer bei Berichterstattungen), gibt es eine weitere Falle, in die du leicht tappen könntest. Diese wäre ein OneTake-Dreh. Klar ist es schön, wenn alles auf Anhieb klappt, aber professionell wirkt ein Film erst, wenn du Perspektivenwechsel auch innerhalb einer Szene einbaust. Das bedeutet, dass du beispielsweise in einer Konversation das Gespräch mehrmals drehst, stets aus verschiedenen Sichten. Aber vorsicht! Übertreib es nicht. Passe den Bildwechsel so an, dass er zum Inhalt passt, eventuell Dinge betont, jedoch nicht zu hecktisch hin und her wechselt. Achte drauf, wenn du das nächste Mal einen Spielfilm einschaltest.

 

Nach dem Dreh - Nutzungsrechte fremden Eigentums:
Was ihr niemals vergessen solltet: Nicht alles, was ihr im Internet frei zugänglich findet, dürft ihr einfach so für eigene Videos verwenden. Das gilt sowohl für Bild- als auch Tonmaterial.
Falls ihr Bilder verwenden wollt, stellt bei Google Bilder unbedingt die Suchoptionen so ein, dass euch ausschließlich Bilder angezeigt werden, die ihr weiterverwenden und eventuell sogar abändern dürft! Im Video-Bereich wird das ganze jedoch etwas komplizierter. YouTube Videos sind meist mit der Standard YouTube Lizens versehen und gehören somit zu den Dingen, die ihr nicht ohne weiteres verwenden dürft. Noch heikler sind Filmmaterialien aus professionellen Spielfilmen/Serien/ ... (etc.). Solange ihr keine Lizenzrechte erwerbt , welche für Menschen wie dich und mich unbezahlbar sind, dürft ihr nichts daraus verwenden. Wenn ihr bei Veröffentlichung von eurem Film Materialien in diesem verwendet, dessen Urheber ihr nicht seid, kann das harte Konsequenzen haben. Das gleiche gilt für Musik. Nicht alles, was kostenlos bei Anbietern wie Soundcloud, Spotify oder dergleichen zu haben ist, dürft ihr verwenden. Selbst dann nicht, wenn der Soundtrack, den ihr verwenden wollt, zuvor von euch auf iTunes, Amazon oder als Album käuflich erworben wurde.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ihr zwingend eure eigene Musik komponieren müsst. Klar, wenn ihr eure eigenen Songs besitzt, wäre es nur klug, diese zu nutzen! Aber es geht auch einfacher.
Informiere dich, welche Art von Lizensierung die Musik hat, die du gerne verwenden möchtest. Hilfreich sind hierbei die diversen Lizenzen der "Creative Commons" Organisation, welche sich auf die Verwendung von uhrheberrechtlichen Inhalten beziehen. Diese Lizenzen sind gekennzeichnet durch kleine Icons, die dir verraten, ob du etwas verwenden darfst und falls, dann unter welchen Bedingungen. Verwenden darfst du alles, was mit CC0 (ohne alles) oder CC BY (nur mit Namensnennung von Künstler und Werk!) gekennzeichnet ist. Alle anderen Icons verbieten dir komerzielle Verbreitung, Veränderung oder verlangen, dass du deinen Film ebenfalls mit diesen Lizenzen versehen lässt.

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Schnittprogramme - Tipps und Tricks:
Im Optimalfall habt ihr nun euren eigenen Film gedreht, wisst welche Musik ihr verwenden wollt (und dürft) und seid gespannt darauf, eurer Projekt fertigzustellen.
Um einen Film zu schneiden, benötigt man ein Schnittprogramm. Dieses gibt es sowohl kostenlos als auch für teures Geld, nach oben hin gibt es keine Grenze. Aber keine Panik, ein einfaches Programm reicht meist schon aus, um euren Film nach etwas aussehen zu lassen. Ein gutes Programm zaubert noch lange keinen guten Editor! Aber klar, zwischen den verschiedenen Programmen sind Leistungsunterschiede festzustellen, das lässt sich nicht leugnen. Wenn euch also ein kostenloses Programm nicht reicht, schaut euch einfach mal im Internet um oder erkundigt euch bei einem Elektronikfachhändler. (Wenn ihr euch unsicher seid, welches Programm euch am ehsten zusagt, besucht doch einfach mal eine Mediathek. Oftmals kann man dort auch verschiedene Programme testen und ausleihen.)
Auf ans Schneiden: Da jedes Programm ein wenig anders ist, hier ein wenig allgemeiner Rat. Wenn du Szenen aneinander schneidest und dessen Ton und Bild an verschiedenen Orten aufgenommen hast oder dabei kein externes Mikrophon verwendet hast, wird dir vermutlich aufgefallen sein, dass der Film nicht flüssig, sondern an den Szenen- oder Perspektivübergängen abgehackt erscheint. Das ist ganz normal, aber könnte durchaus Stören. Wenn du also Perspektien einer Szene miteinander verbindest, versuche, eine durchgehende Tonspur zu verwenden oder sorge dafür, dass Film und Ton nicht stets haargenau übereinander beginnen. Natürlich sollte der Ton aufs Bild passen, ich rede hier nicht davon, absichtlich einen Delay einzubauen, nein. Beim Drehen einer Szene aus verschiedenen Perspektiven entstehen Parts, dessen Audio-Material du am Ende doppelt hast. Wenn es sich ergibt, kannst du die Audio- und Videospuren zusammenbauen wie eine Mauer, stets ein wenig versetzt, um dem Objekt mehr Halt zu verleihen. Beim Schneiden eines Kurzfilmes ist es im Prinzip nicht anders. Spätestens, wenn du mitten in der Arbeit bist, wirst du verstehen, wovon ich rede.
Jedes Video benötigt einen roten Faden. Und das nicht nur inhaltlich. Effekte können dir helfen, in deinem Werk Betonungen zu setzen, Dinge herausstechen oder verblassen zu lassen und ermöglichen dir, ein wenig Leben in deinen Film zu hauchen. Vielleicht hast du dir ja mal im Musikunterricht eine Oper angehört. Diese sind das beste Beispiel für wiederkehrende Muster. Sobald der Bösewicht das Szenrio betritt, ertönt eine bestimmte Abfolge von Akkorden oder eine Melodie. So behältst du immer den Überblick. Natürlich heißt das nicht, dass du das in deinem Film genauso machen sollst. Es ist lediglich eine Art, Musik auch inhaltlich wirken zu lassen. Und so ist das auch mit Effekten. Doch auch hier, gibt es eine Sache, die du beachten solltest. Wenn du das erste Mal schneidest, eröffnet sich dir eine neue, interessante Welt und deine Entdeckerlust und dein Perfektionismus werden geweckt, das ist verständlich. Jedoch solltest du beim Einsetzen eben dieser bloß nicht übertreiben! Denk immer dran: Weniger ist mehr.